Benefizkonzert des Kammerchors Rosenheim

Am Abend des Sechsten Sonntags der Osterzeit (13. Mai) war in der Vogtareuther Pfarrkirche der Kammerchor Rosenheim mit einem Benefizkonzert für den Orgelneubau zu Gast. Das Programm „Ave Maria – Geistliche Abendmusik“ hinterließ von Grund auf beeindruckte Zuhörer, die nach den letzten Klängen der Springbrunnenkaskaden von Bachs Motette „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ selbst erst einmal Luft holen mussten, bevor sie Orchester, Solisten, Chor und Chorleiter Konrad Heimbeck mit stürmischem Applaus bedachten.

Kammerchor Rosenheim
Mit rauschendem Applaus bedankt sich ein hingerissenes Publikum bei Konrad Heimbeck samt Solisten, Chor und Orchester für das sehr, sehr, sehr schöne Konzert in St. Emmeram.

Die Auswahl der Stücke hielt sich streng an Marienmusik, dennoch spannte sich der Programmbogen schier himmelweit, vom Vesper-Start mit dem Bach-Schüler Gottfried August Homilius („Domine ad adjuvandum me festina!“/„Herr, eile, mir zu helfen!“) über das alleinstimmlich berückend klangschauernde Ave Maria von Verdi (aus den „Quattro pezzi sacri“) und Mozarts schmelzende Gottesmutter-Litanei (KV 109) bis zu Heiligtümern wie Anton Bruckners „Tota pulchra es“. Jüngster Kompositionsbeiträger war der gebürtige Rosenheimer Walther Prokop, bis 2011 Musiklehrer am Gymnasium Gars.

Seinen hochgesteckten Ansprüchen wird der Kammerchor vollkommen gerecht, wobei sich einmal mehr zeigte, dass die klare Akustik von St. Emmeram speziell in leisen Partien keineswegs die schlechteste ist. Auch die wunderschön klaren, ungepressten Solistenstimmen passen in diesen Raum wie hineingeschöpft. Dass der Chor sogar diese Positionen – Ursula Preißler (Sopran), Luitgard Hamberger (Alt), Martin Hörberg (Bass) und Richard Eschlbeck (Tenor und als Zweiter Vereinsvorsitzender die treibende organisatorische Kraft) – aus den eigenen Reihen besetzen kann, gehört überhaupt zu den seltenen Glücksfällen; doppelt glücklich die Vogtareuther, die diese rare Sternstunde selbst miterleben durften!

Plakat

Allen Mitwirkenden, die für den Spendenzweck sämtlich ohne Honorarforderungen auftraten – auch das Streicherorchester –, dankt der Orgelbauverein von Herzen, ebenso den spendenfreudigen Besuchern, Pfarrer Guido Seidenberger für die einführenden Worte, den tatkräftigen Helfern im Hintergrund und allen anderen guten Geistern, die diesen unvergesslichen Abend ermöglicht haben.

(Die hinter dem dirigierenden Heimbeck fast als Notenpult versteckte Kastenorgel war übrigens eigens für die Zeit angefertigt worden, in der St. Nikolaus in Rosenheim während des dortigen Orgelneubaus sonst ohne Instrument geblieben wäre.)